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Wie wechselvoll sich die Geschichte des Ortes durch die Jahrhunderte hindurch auch präsentieren mag, Dreh- und Angelpunkt waren stets die Salzgewinnung und der Salzhandel. Mehr als tausend Jahre lang verhalfen sie den Menschen zu Wohlstand und Ansehen. Mit der Aufhebung des Salzmonopols 1866 und der fortschreitenden industriellen Salzproduktion fand diese Blütezeit des „Weißen Goldes“ ein jähes Ende. - Während die Saline an Bedeutung verlor, eröffneten sich für die Nutzung der natürlichen Solequellen ganz neue, ungeahnte Perspektiven: Man hatte die heilende Wirkung der Sole entdeckt und brachte sie fortan in Bädern zum Wohle der Menschen zur Anwendung. Von der gesundheitsfördernden Kraft der Sole profitieren die Badegäste, die immer wieder gern nach Bad Sooden-Allendorf, heute noch. Die lange Tradition des Salzsiedens lebt alljährlich zu Pfingsten beim weithin bekannten Brunnenfest auf. - Das mächtige Gradierwerk mit seiner imposanten Holzkonstruktion ist eines der letzten in Deutschland. Nach einer vom Salz geprägten Geschichte lädt es heute zur wohltuenden Inhalation der mit Sole angereicherten Luft ein. Das Ensemble am Zimmersbrunnen (Linde, Brunnen und Steintor) soll dem Volksmund nach zum Text „ Am Brunnen vor der Tore“ angeregt haben.
Architektonische Kostbarkeiten mittelalterlicher Fachwerkbauweise in dieser Geschlossenheit sind nur selten anzutreffen. Mit dem Patrizierhaus der „Löwe“ steht in Bad Sooden-Allendorf eines der schönsten Fachwerkhäuser Deutschlands. Komplett erhaltene Straßenzüge wie der „Klein Venedig“ genannte "Fischerstad“ und die „Weinreihe“ faszinieren die Besucher ebenso wie die vielen versteckten Fachwerkwinkel. Der Rhythmus des Fachwerks, das Spiel der Farben und die schier unerschöpfliche Vielfalt der Formen ist nahezu einzigartig in Deutschland. Es macht Spaß, durch die Gassen zu schlendern und den Blick leichtfüßig an den Fachwerkfassaden himmelwärts klettern zu lassen. Selbst wenn man meint, alles gesehen zu haben, wird immer wieder von „neuen“ Details überrascht. Manche tragen die Spuren der Jahrhunderte, andere sind eben erst liebevoll zurechtgemacht, wie so mancher prächtig blühende Fensterschmuck. Jede der vier Jahreszeiten kleidet Häuser und Gassen neu ein und unterstreicht im fließenden Wechsel der Farben und Lichter ihre unwiderstehlichen Reize. Manchmal scheint hier im behüteten Schoß der Berge und Wälder die Zeit einfach stehen geblieben zu sein.
Mehr Infos im Internet unter: www.bad-sooden-allendorf.de
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