Vulkanradweg im Vogelsberg
Im Kernstück auf einer ehemaligen Bahntrasse gelegen, verläuft der Vulkanradweg ab Altenstadt in der Wetterau, über Glauburg, Gedern und Lauterbach nach Schlitz und bis zum Fuldaradweg, über den man weiter bis zur Domstadt Fulda gelangen kann. Die Strecke von Altenstadt bis Lauterbach beträgt 74 km, bis nach Schlitz sind es insgesamt 93 km. Der Vulkanradweg ist ein Stück Natur, ein Stück Kultur und ein Stück gelebte Geschichte. Er bietet Inspiration für die Sinne und für jeden etwas.

Ein kultureller Höhepunkt auf der Strecke ist ganz sicher Schloss Gedern. Das restaurierte Schloss, an dem der Weg geradezu vorbeiführt, erstrahlt in vollem Glanz. Hier sind neben einem Hotel und Restaurant auch die Tourist Inforamtion und ein kulturhistorisches Museum untergebracht, das in einem Modell die Entwicklung der Bahnstrecke zum Radweg verdeutlicht.
Text und Bild: Region Vogelsberg Touristik
Der Vulkanradweg - im Detail
Auf dem Vulkanradweg macht Radeln auch im Mittelgebirge unglaublich Spaß. Ohne starke Steigungen schlängelt er sich durch die herrlich offene Wald- und Wiesenlandschaft des Vogelsberges, des größten erloschenen Vulkangebietes in. Die Natur, Dörfer und Städtchen zeigen sich aus einer Perspektive, die allenfalls Bahnreisenden bis Mitte der 70er Jahre in Erinnerung ist, denn das 64 km lange Kernstück von Glauburg-Stockheim bis Lauterbach führt weitgehend auf der Trasse der ehemaligen Oberwaldbahn. Verlängerungen an beiden Enden ermöglichen es heute vom Limesradweg bei Altenstadt in der Wetterau bis zum Fuldaradweg bei Schlitz auf durchgängig hervorragendem Belag zu radeln. - Mit der Bahnstrecke, die den entlegenen Vogelsberg an die prosperierende Rhein-Main-Region anband, kam Anfang des 20igsten Jahrhunderts ein Aufschwung in die Region. Doch keine 50 Jahre dauerte es, bis der erste Straßenbus der Oberwaldbahn Zug um Zug die Gäste wegnahm. Am 30. September 1975 kam das Aus für den Personenzugverkehr. Der Güterverkehr ratterte noch bis 1994 und bediente Betriebe in Grebenhain-Oberwald (daher der Name Oberwaldbahn) und die Holzabfuhr. Die Gleise wurden nach und nach abgebaut und mit der Zeit wuchs der Gedanke an eine andere Nutzung der Bahntrasse. Die Idee, eine Museumsbahn auf der Vogelsbergstrecke einzurichten, scheiterte sehr schnell daran, dass die DB-Immobiliengesellschaft nicht die erhoffte symbolische 1.-DM für die Anlage verlangte, sondern ganze sechs Nullen als Verhandlungsbasis anhängte. In 1998 wurde schließlich die touristische Radweg-Nutzung mit sichtbarem Erfolg angepackt.
Der mit Feinasphalt versehene Radweg geht heute von Altenstadt bis Lauterbach (weitere Ausschilderung entlang der Route R7a bis Schlitz) und hat eine beachtliche Breite. Mit unübersehbarer Beschilderung und einer mäßigen Steigung von maximal 3% bietet er optimale Bedingungen für den Genussradfahrer, Familien mit Kindern und Gelegenheitsradler. Auf ihm macht Radeln auch im Mittelgebirge unglaublich Spaß. Der höchste Punkt des Vulkanradweges ist am ehemaligen Bahnhof von Hartmannshain, wo der Südbahnradweg in Richtung Birstein und Kinzigtal abzweigt. - Die Geschichte der Bahn hat die Region geprägt. Davon erlebt der Radfahrer auch heute noch etwas bei seiner Fahrt durch die parkartige Vogelsberglandschaft. Der Vulkanradweg beginnt (oder endet) in Altenstadt, doch genau genommen als Bahntrassenradweg erst in Stockheim, denn die Bahnanbindung über Altenstadt und Glauberg nach Stockheim gibt es noch. Hier am südlichen Ende befand sich einst einer der bedeutendsten Siedlungsplätze der Region, der Glauberg. Funde belegen die Besiedlung des Hochplateaus von der Jungsteinzeit bis ins Mittelalter. Durch den Sensationsfund eines keltischen Fürstengrabes im Jahre 1994 erlangte der Glauberg Berühmtheit. Ein kulturhistorischer Rundweg führt den Besucher auf dem Plateau vorbei an mächtigen Ringwällen, dem riesigen Wasserreservoir und baulichen Funden aus den verschiedenen Siedlungsepochen. Der Anstieg lohnt, denn von der Aussichtsplattform liegt die Wetterau dem Besucher bildlich zu Füßen.
Auf dem Vulkanradweg geht es weiter entlang des Niddertals über Ortenberg mit der malerischen Altstadt Richtung Hirzenhain und Gedern. Den Weg säumen 13 eiserne Stelen mit kleinen Infotafeln in der Form von Bahnschwellen des Künstlers Wilfried Klaus aus Ortenberg. Über dem Tal ragt hoch auf die Burg von Lißberg. Im ehemaligen Schulhaus auf dem Burgberg ist das einzigartige Musikinstrumenten-Museum untergebracht, das gegen Voranmeldung besichtigt werden kann. Die Eisengießerei in Hirzenhain hat auch die Zeit nach der Bahn überlebt und sich die Nische des Kunstguß erhalten. Im Museum wird anschaulich gezeigt, was die Werkstatt früher und heute herzustellen vermag. In Hirzenhain verdient der Skulpturengarten einen Besuch. Das Märchenland in Merkenfritz beigeistert vor allem die kleinen Pedalisten. - Ein kultureller Höhepunkt auf der Strecke ist ganz sicher Gedern. Das restaurierte Schloss, an dem der Weg geradezu vorbeiführt, erstrahlt in vollem Glanz. Hier sind neben einem Hotel und Restaurant auch die Tourist Inforamtion und ein kulturhistorisches Museum untergebracht, das in einem Modell die Entwicklung der Bahnstrecke zum Radweg verdeutlicht. Kinder haben ihre helle Freude, denn viele Drücker lassen Lämpchen aufleuchten, die Bahn fahren und noch vieles mehr. Per Film kann der Besucher schon einmal virtuell die restliche Strecke fahren und sich mit Geschichten und Sagen in den Vogelsberg verlieben.
Nun verlässt der Radweg das Niddertal und in einer großen Schleife nimmt er die Höhe bis auf 570 Meter bei Hartmannshain. Wie eine Hochebene breitet sich die Landschaft nach Osten vor dem Radler aus. Gemächlich geht es vorbei an Kühen, Schafen und durch Wald und Wiesen. Gasthöfe mit schönen Biergärten laden zur Rast ein und in Ilbeshausen ist mit der Teufelsmühle einer der prachtvollsten Fachwerkbauten zu besichtigen. - Der Blick auf Herbstein, das auf einem ehemaligen Vulkanschlot thront, macht Lust auf einen Besuch der Stadt. Wie bei einer Kirchenburg scharen sich die Bürgerhäuser hier um die dem heiligen Jacobus geweihte Kirche. Ein Fleck am Pilgerweg, davon zeugt auch der Jakobsbrunnen am Marktplatz. An der Strecke noch deutlich auszumachen sind die ehemaligen Bahnstationen. Die Restaurierung und Umnutzung des kleinen Bahnhofes in Frischborn zur Kulturkneipe und Bistro wurde mit einem Denkmalschutz-Preis gewürdigt. - Kurz vor Lauterbach ragt unübersehbar Schloss Eisenbach empor. Glücklich ist der, der noch die Zeit hat für ein Verweilen in der herrlichen Parkanlage mit den riesigen Tannen, die aus dem Tal das Schloss geradezu zu überragen scheinen. In Lauterbach angekommen können sich kleine und große Pedalritter nach einem langen Tag entspannen, abschalten oder in der Saunalandschaft des Erlebnisbades wieder in Schwung bringen.
Sehenswert: Schlitz: Burgberg mit drei Burgen, befahrbarer Burgturm, Burgmuseum, Schloss Hallenburg (Landesmusikakademie) in den Auen der Fulda. - Fachwerkstadt Lauterbach: Hohhaus-Museum, Strumpfbrunnen, Freizeitbad „Die Welle“ - Herbstein: Vulkantherme, Stattmuseum, begehbare Mauer; Grebenhain: Teufelsmühle, Schwarzbachtal - Gedern: See, Schloss mit kulturhistorischem Museum. - Hirzenhain: Kunstguss-Museum, Augustinerkloster; Ortenberg: Musikinstrumenten-Museum in Lißberg, Kleinkunstbühne, Jazz Club. - Glauberg: Museum, Archäologischer Park.
Information: Region Vogelsberg Touristik GmbH, www.vogelsberg-touristik.de, www.vulkanradweg.de
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