Grenzgängerroute Teuto-Ems
Im Mai 2010 wurde am Dreiländereck bei Bad Laer ganz besondere 152 Kilometer Radwege für die Öffentlichkeit freigegeben: die Grenzgängerroute Teuto-Ems überschreitet in vielerlei Hinsicht Grenzen zwischen sich ehemals konkurrierende Regionen.
Es geht durch die Münsterländer Parklandschaft, durch das Osnabrücker Land mit seinen vielen Heilbädern bis hinein nach Ostwestfalen. 12 Städte und Gemeinden aus Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen liegen auf der Route, die viele historische Sehenswürdigkeiten bieten. Nicht immer waren sie miteinander so friedlich verbunden wie heute. Beim Dreiländereck bei Bad Laer bildeten früher zum Beispiel die drei selbständigen Territorien Grafschaft Ravensberg, Bistum Münster und der Hochstift Osnabrück ein Grenzdreieck. Später zog sich hier auch die Ländergrenze zwischen den Königreichen Preußen und Hannover durch, noch heute finden sich auf der Strecke alte Grenzsteine mit dem preußischen „P“ und dem hannoverschen „H“. Gerade zu Zeiten Friedrich des Großen blühte das Schmuggelhandwerk. Zollbeamte versuchten die plündernden und räuberischen „Unkemänner“ aufzuhalten. Die marodierenden Männer waren ehemalige Soldaten aus dem dreißigjährigen Krieg. Das beliebteste Schmugglergut damals war übrigens Salz aus Bad Rothenfelde. Das damals kostbare Gut wurde in der längsten Gradierwerksanlage Westeuropas gewonnen, die natürlich noch heute zu besichtigen ist. Während Salz mittlerweile recht preiswert zum alltäglichen Würzen von Speisen genutzt wird, gibt es rund um die Grenzgängerroute viele regional-typische Spezialitäten, die die Gaumen der Genießer auf die schönste Art umschmeicheln. Auf der Route liegen die „Lebkuchenstadt“ Borgholzhausen, die „Apfelstadt“ Dissen, die Spargelhochburgen Glandorf und Fürchtorf sowie das deutsche Zentrum der Fleischverarbeitung, Versmold. Nicht umsonst ist der hiesige westfälische Schinken über die Grenzen hinaus bekannt. Frische Erdbeeren, deftige Wurst- und Fleischwaren aus eigener Produktion oder selbstgebackenes Brot in den Hofläden entlang der Route runden das Angebot an Leckereien ab.
Die Grenzgängerroute ist für Radfahrer ein wahrer Leckerbissen. Der Rundkurs mit drei Teilstrecken von 55, 56 und 66 Kilometern ist zusätzlich mit zwei Verbindungsstrecken ausgestattet worden, um noch mehr Alternativen für die individuelle Gestaltung anzubieten. Die Wege sind größtenteils verkehrsarm, asphaltiert und durch das flache Streckenprofil somit sehr gut für Familien mit Kindern geeignet. Die Grenzgängerroute Teuto-Ems ist durchgängig und einheitlich in beide Richtungen ausgeschildert. Der Radwanderweg ist Bestandteil der überregionalen Radverkehrsleitsysteme, wobei die Wegweiser in Niedersachsen grün-weiß und in Nordrhein-Westfalen rot-weiß sind. An allen Kreuzungspunkten stehen Wegweiser mit entsprechenden Orts- und Kilometerangaben. Entlang der Route finden sich zahlreiche Infotafeln, die mit detaillierten Kartenausschnitten die Orientierung erleichtern. Neu eingerichtete Rastplätze sorgen für gemütliche Pausen zwischen den Etappen. Außerdem verwöhnen rustikale Bauernhofcafés und gemütliche Landgasthöfe mit kraftspendenden Leckereien und Getränken. - Weitere Informationen zur Grenzgängerroute Teuto-Ems findet man auch unter www.grenzgaengerroute.de - Text/Mitgeteilt von: Tourismusverband Osnabrücker Land e.V.
Beachten Sie hier bei fahrradtouren.de bitte auch unsere Infoseite mit den Radkartentipps kompakt für Deutschlands Nordwesten





