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An der Donau-Radroute von Budapest bis zum Schwarzen Meer

Wirtschaftlicher und kultureller Mittelpunkt der Vojvodina: Novi Sad

Novi Sad, 80 Kilometer nordwestlich von der Hauptstadt Belgrad gelegen, liegt inmitten der pannonischen Tiefebene. Sumpfgebieten abgetrotzt, treffen in Serbiens zweitgrößter Stadt Europa und der Balkan aufeinander, mischen sich allerlei Nationalitäten, unterschiedliche Religionen und vielfältige Kulturen. Obgleich die Siedlung auf römische Spuren zurückgeht, wurde die nach wie vor das Stadtbild bestimmende Festung Petrovaradin erst im 17./18. Jahrhundert erbaut. Die heutige Stadt entstand als Brückenkopf auf der gegenüberliegenden Donauseite. Der jetzige Name datiert auf das Jahr 1748, als die Bürger die Stadtrechte mitsamt dem Status einer „königlichen Stadt“ dem Wiener Kaiserhof abkauften. Heute zählt Novi Sad, einst von Handwerkern und Handelsleuten gegründet, über 300.000 Einwohner und ist unbestritten der wirtschaftliche, kulturelle, wissenschaftliche, aber auch verwaltungstechnische Mittelpunkt der Vojvodina. Zu den Nachbarstaaten Ungarn, Rumänien, Kroatien und Bosnien-Herzogowina sind es nur jeweils 80 Kilometer.

Durch die Donau und deren angeschlossene Wasserwege und Nebenflüsse ist Novi Sad zudem mit neun Ländern verbunden. Von hier aus sind sechs europäische Hauptstädte per Schiff erreichbar, darunter allen voran Serbiens Hauptstadt Belgrad, Ungarns Metropole Budapest und die ehemalige Kaiserstadt Wien.

Das Gymnasium etwa wurde bereits 1810 gegründet. „Matica srpska“ mit der ältesten Literaturzeitschrift Europas, „Letopis“, wird seit 1836 herausgegeben. Das Serbische Volkstheater wurde 1861 gegründet. Der Stadtkern selbst präsentiert sich als Ensemble historischer Gebäude – mit einer Mischung aus Gotik, Barock, Sezession und Neoklassizismus. Hier finden sich auch die wichtigsten Institutionen, Museen und Galerien. Die Matica srpska-Galerie etwa, 1874 eröffnet, bewahrt die umfangreichste Gemälde- und Grafiksammlung der serbischen Kunst. Die Pavle Beljanski Gedenksammlung beherbergt die Werke des bekanntesten serbischen Malers des 20. Jahrhunderts. Das Vojvodina Museum zeigt Geschichte und kulturelles Erbe der Tiefebene. Dazu kommen zahlreiche Kirchen aus dem 18. und 19. Jahrhundert wie etwa die Domkirche Saborna crkva. Zudem ist Novi Sad Universitätsstadt.

Wahrzeichen der Stadt jedoch ist die quasi außerhalb, da am gegenüberliegenden Flussufer gelegene Festung Petrovaradin. Erbaut nach Plänen des Franzosen Sébastien de Vauban zwischen 1692 und 1780 verfügt die über 100 Hektar große Anlage über 12.000 Schießscharten, vier unterirdische Galerien und gut 16 Kilometer lange unterirdische Gänge, von denen einige sogar bis an die Donau führen sollen. Heute geht es hier jedoch friedlich zu: In der Festung befinden sich nun 88 Kunstateliers sowie das Museum der Stadt Novi Sad. Kurios auch das Symbol der Festung – ihr Aussichtsturm. Dessen Uhr hat mit Absicht vertauschte Zeigerfunktionen, denn der große zeigt die Stunden, der kleine die Minuten an.

Novi Sad-Interessierte finden im World Wide Web auf der Homepage des Tourist Information Centre Novi Sad unter www.novisadtourism.org alle notwendigen Informationen für einen Besuch in der zweitgrößten Stadt Serbiens. Allgemeine Serbien-Informationen im Internet unter www.serbia-tourism.org

 

Tipp Radkarte: Radkartenmaterial zum Donauradweg (Donaueschingen - Schwarzes Meer), die bikeline-Radtourenbücher und das Radkarten-Set zur EuroVelo 6, finden Sie hier bei fahrradtouren.de im Radkartenshop Donauradweg